
Minden (DVM). Mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Beifall ist die Orgelkonzertreihe „Die Mindener“ im Mindener Dom zu Ende gegangen. Rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten mit Martin Schmeding einen fulminanten Abschluss der vom Dombau-Verein Minden (DVM) anlässlich seines 80-jährigen Bestehens veranstalteten Konzertreihe.
„Was für ein Finale! Die stehenden Ovationen für Martin Schmeding waren nicht nur eine großartige Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistung, sondern zugleich ein wunderbarer Schlusspunkt unserer gesamten Konzertreihe“, freute sich Hans-Jürgen Amtage, Vorsitzender des überkonfessionellen Fördervereins Dombau-Verein Minden.
Unter dem programmatischen Titel „Lobgesänge“ spannte der international renommierte Organist einen eindrucksvollen musikalischen Bogen über mehrere Jahrhunderte. Dabei präsentierte Schmeding die große Kuhn-Orgel des Mindener Domes in ihrer ganzen klanglichen Vielfalt. Das Programm führte von Richard Wagner und Johann Sebastian Bach über François Couperin bis zu Olivier Messiaen, Leo Sowerby, Jeanne Demessieux, Jean-Louis Florentz und Max Reger.
Von den „Meistersingern“ bis zu Messiaen
Schon der Auftakt setzte einen festlichen Akzent: Mit der Ouvertüre zu Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in der Bearbeitung von Edwin H. Lemare eröffnete Schmeding den Abend kraftvoll und strahlend. Einen spannungsvollen Kontrast dazu bildete Olivier Messiaens meditativ-leuchtendes „Alléluias sereins d’une âme qui désire le ciel“ aus L’Ascension.
Mit Johann Sebastian Bachs Sinfonia zur Ratswahlkantate „Wir danken Dir, Gott“ BWV 29 in der Bearbeitung von Marcel Dupré und dem Trio über „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ BWV 664 rückte anschließend die barocke Orgelkunst in den Mittelpunkt.
Schmeding überzeugte mit technischer Souveränität, gestalterischer Klarheit und einem ausgeprägten Gespür für die ganz unterschiedlichen Klangwelten der Werke. Immer wieder zeigte sich dabei die enorme Bandbreite der großen Kuhn-Orgel – von feinsten, beinahe schwebenden Klangfarben bis hin zur monumentalen Klangfülle.
„Martin Schmeding hat eindrucksvoll gezeigt, was für ein großartiges Instrument wir mit der Kuhn-Orgel im Mindener Dom besitzen. In Verbindung mit diesem besonderen Kirchenraum entstehen Klangwelten, die man nicht nur hört, sondern geradezu körperlich erlebt“, so Amtage.
Ein Finale mit großem musikalischem Ausrufezeichen
Mit Leo Sowerbys „Pageant“, Ausschnitten aus dem Gloria der „Messe des Paroisses“ von François Couperin und Jeanne Demessieux‘ machtvollem „Te Deum“ op. 11 gewann der Abend weiter an stilistischer und klanglicher Vielfalt. Jean-Louis Florentz‘ „Harpe de Marie“ aus den „Laudes“ führte noch einmal in eine ganz eigene, farbenreiche Klangwelt.
Den monumentalen Schlusspunkt setzte Max Regers Choralfantasie „Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud!“ op. 52 Nr. 3. Schmeding lotete dabei noch einmal die dynamischen und klanglichen Möglichkeiten der Kuhn-Orgel aus. Instrument und die besondere Akustik des Mindener Domes verbanden sich zu einem eindrucksvollen Klangerlebnis.
Nach dem letzten Akkord brach begeisterter Beifall aus. Die rund 200 Besucherinnen und Besucher erhoben sich schließlich zu stehenden Ovationen für Martin Schmeding – ein eindrucksvoller Schlusspunkt des Konzertabends und zugleich der gesamten Reihe.
Drei Organisten – drei besondere Konzertabende
Mit dem Finale ging eine Konzertreihe zu Ende, die drei herausragende Organisten mit enger Verbindung zu Minden zusammengeführt hatte: Peter Wagner, Gereon Krahforst und Martin Schmeding.
Die drei Musiker präsentierten jeweils ganz eigene Programme und künstlerische Handschriften. Gemeinsam machten sie eindrucksvoll hörbar, welche musikalischen Möglichkeiten die große Kuhn-Orgel bietet und welche besondere Wirkung Orgelmusik im gewaltigen Raum des Mindener Domes entfalten kann.
„Mit Peter Wagner, Gereon Krahforst und Martin Schmeding wollten wir drei außergewöhnliche Musiker präsentieren, die zugleich auf besondere Weise mit Minden verbunden sind. Dass unser Publikum dieses Konzept so begeistert angenommen hat, freut uns sehr und macht auch ein wenig stolz“, betonte Amtage.
Für den Dombau-Verein Minden war „Die Mindener“ zugleich ein musikalischer Höhepunkt seines 80. Jubiläumsjahres. Der große Zuspruch des Publikums an den drei Konzertabenden und die stehenden Ovationen beim Finale unterstrichen den Erfolg des Konzeptes.
Für Amtage ist damit zugleich die Hoffnung auf eine Fortsetzung verbunden: „Diese drei Abende haben gezeigt, welche Begeisterung hochklassige Orgelmusik im Mindener Dom auslösen kann. Für uns ist das durchaus ein Ansporn, darüber nachzudenken, wie wir an diesen Erfolg anknüpfen können.“
Mit Martin Schmedings „Lobgesängen“ endeten „Die Mindener“ schließlich so, wie es der Titel des Abschlusskonzertes versprach: festlich, kraftvoll und mit einem großen musikalischen Ausrufezeichen.