Pilgern auf den Spuren von Bischof Sigward von Minden

Minden (DVM). Seit zehn Jahren bietet er die Möglichkeit, durch das alte Bistum Minden zu pilgern: der Sigwardsweg. Am Mittwoch, 4. September, 17 Uhr, wird das kleine Jubiläum mit einem ökumenischen Gottesdienst im Mindener Dom begangen.

Der Sigwardsweg führt die Pilgerinnen und Pilger, wie hier beim Sommerpilgern des Sigwardsweg-Vereins, durch Wälder zu insgesamt 24 bedeutenden Pilgerstationen. Foto: privat
Der Sigwardsweg führt die Pilgerinnen und Pilger, wie hier beim Sommerpilgern des Sigwardsweg-Vereins, durch Wälder zu insgesamt 24 bedeutenden Pilgerstationen. Foto: privat

Es begann im Herbst 2007. Marien-Pfarrer Frieder Küppers hatte mit seinem Idenser Kollegen Elmar Orths, dem damaligen Tourismusexperten des Kreises Minden-Lübbecke, Werner Hundt, und vielen weiteren Engagierten in einem Arbeitskreis den Pilgerweg ausgearbeitet. Zwei Jahre sollte es noch dauern, bis die Wegführung genau festgelegt, Ausschilderungen und andere wichtige Voraussetzungen geschaffen waren. Am 5. September 2009 dann konnte der fast 170 Kilometer lange Sigwardsweg offiziell eröffnet werden. Seither sind einige Tausend Pigerinnen und Pilger diesen Weg gegangen, wurden spezielle Angebote geschaffen, wie beispielsweise für Trauernde.

Sigward – ein einflussreicher Berater von Lothar III.

Die Namengebung geht auf Bischof Sigward von Minden zurück, der von 1120 bis 1140 im Bistum aktiv war. Als weit gereister Geistlicher war er einflussreicher Berater des 1125 zum König und 1133 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählten Sachsen-Herzogs Lothar von Süpplingenburg. Den Mindener Dom erweiterte Sigward um einen neuen Chorbau. Als Eigen- und Grabeskirche ließ er zwischen 1129 und 1134 die Kirche in Idensen erbauen, die heutige Sigwardskirche. Diese mit bedeutenden Fresken ausgestattete Kirche gilt als überregional bedeutendes Bau- und Kunstdenkmal. Sigward legte vermutlich sehr oft den Weg zwischen dem Dom zu Minden und der etwa 37 Kilometer entfernten Kirche zurück.

Welchen Weg er aber genau nahm, das konnten die Initiatoren des Sigwardswegs nicht mehr feststellen. Sie entschieden sich für zwei mögliche Routen. Die Südroute führt vom Mindener Dom über Porta Westfalica, Bückeburg, Obernkirchen und Bad Nenndorf nach Idensen. Die Nordroute führt über Petershagen, Großenheerse, Stolzenau und Loccum. 24 Pilgerstationen zählt der Sigwardsweg. Sie sind herausragende Zeugnisse der regionalen Kirchengeschichte.

Sigwardsweg-Verein betreut den Pilgerweg

Heute wird dieser heimische Pilgerweg vom Sigwardsweg-Verein betreut. Unterstützt vom Kirchenkreis Minden und den Tourismusexperten des Kreises Minden-Lübbecke und des Landkreises Schaumburg. Der Dombau-Verein Minden eröffnete im November des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Minden das Pilgerbüro Sigwardsweg im Domschatz Minden am Kleinen Domhof, nur wenige Meter vom Ausgangspunkt des Weges entfernt. Pilgerbüro und Verein informieren Interessierte und organisieren Pilgertouren. Zudem sind sie Ansprechpartner für die erfahrenen Pilgerbegleiter.

Mit dem ökumenischen Gottesdienst am Mittwoch, 4. September, 17 Uhr, im Dom zu Minden wird der zehnte „Geburtstag“ des Sigwardswegs begangen. Den Gottesdienst halten Superintendent Jürgen Tiemann und Pastor am Dom David Sonntag. Der Vorsitzende des Vereins Sigwardsweg, Uwe Marczinzik, wird im Anschluss die Gäste und Gottesdienstbesucher im Kreuzhof des Domes willkommen heißen.

www.sigwardsweg.de

 

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