
Minden (DVM). Mit einer beeindruckenden Bilanz ist die Ausstellung „Wilhelm Senoner – Skulptur · Raum · Spiritualität“ im Mindener Dom zu Ende gegangen. Mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten haben die Werke des Südtiroler Bildhauers gesehen. Damit wurde die vom Dombau-Verein Minden veranstaltete Schau zu einem besonderen Publikumserfolg.
Für den Vorsitzenden des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage, hatte die Ausstellung eine besondere persönliche und vereinsgeschichtliche Bedeutung. Denn der Wunsch, Wilhelm Senoner mit einer eigenen Ausstellung nach Minden zu holen, reicht rund zwei Jahrzehnte zurück.
Bereits Amtages inzwischen verstorbener Amtsvorgänger Arnold Weigelt hatte die Idee einer solchen Ausstellung. „Arnold Weigelt hat sich schon vor 20 Jahren eine Ausstellung mit Wilhelm Senoner im Mindener Dom gewünscht. Dass ich diesen Wunsch nun gemeinsam mit Wilhelm Senoner verwirklichen konnte, bedeutet mir sehr viel“, sagt Amtage.
Eine besondere Verbindung zu Minden

Wilhelm Senoner und der Mindener Dom sind seit vielen Jahren eng miteinander verbunden. Der Südtiroler Künstler und Kenner gotischer Bildhauerkunst schuf 2002 die Rekonstruktion der Goldenen Tafel, die heute zu den herausragenden Kunstwerken des Mindener Domes gehört.
Mit „Skulptur · Raum · Spiritualität“ waren nun zeitgenössische Arbeiten Senoners im Dom zu erleben. Seine Skulpturen und Bilder traten in einen spannenden Dialog mit der mehr als 1000-jährigen Architektur, den historischen Kunstwerken und der spirituellen Atmosphäre des Gotteshauses.
„Der Dom war nicht einfach Kulisse, sondern selbst Teil der Ausstellung“, betont Amtage. „Senoners Werke haben dazu eingeladen, vertraute Räume neu wahrzunehmen. Zugleich hat die Atmosphäre des Domes den Skulpturen eine ganz besondere Wirkung verliehen.“
Mehr als eine beeindruckende Besucherzahl

Die mehr als 5000 Besucher sind für den Dombau-Verein eine erfreuliche Bestätigung. Besonders in Erinnerung bleiben aber auch die zahlreichen Gespräche und persönlichen Reaktionen. Viele Gäste nahmen sich viel Zeit für einzelne Werke, kamen miteinander ins Gespräch oder besuchten die Ausstellung erneut. Auch die Führungen durch die Schau stießen auf großes Interesse.
„Wir wollten eine Ausstellung, die Menschen berührt, zum Nachdenken anregt und Gespräche auslöst. Genau das ist geschehen“, zieht Amtage Bilanz.
Für den Dombau-Verein zeigt die große Resonanz zugleich, welches Potenzial der Mindener Dom als Ort der Begegnung von Glaube, Geschichte, Kunst und Gegenwart besitzt.
Am Ende der Ausstellung richtet sich der Blick aber auch zurück auf ihren Ursprung. „Natürlich denke ich jetzt besonders an Arnold Weigelt“, sagt Amtage. „Er hatte diesen Wunsch vor zwei Jahrzehnten. Dass wir ihn nun erfüllen konnten und mehr als 5000 Menschen die Ausstellung erlebt haben, hätte ihn sicherlich sehr gefreut. Für mich schließt sich damit ein Kreis.“