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Drei Organisten, drei außergewöhnliche Abende und eine besondere Verbindung zu Minden

Stehende Ovationen bei Orgelkonzertreihe "Die Mindener" im Mindener Dom mit Peter Wagner (Minden), Gereon Krahforst (Maria Laach) und Martin Schmeding (Leipzig). Foto: DVM
Stehende Ovationen bei Orgelkonzertreihe „Die Mindener“ im Mindener Dom mit Peter Wagner (Minden), Gereon Krahforst (Maria Laach) und Martin Schmeding (Leipzig). Foto: DVM

Minden (DVM). Mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen ist die Orgelkonzertreihe „Die Mindener“ im Mindener Dom zu Ende gegangen. Drei hochkarätige Organisten, drei ganz unterschiedliche Programme und drei eindrucksvolle Abende machten die Reihe zu einem besonderen musikalischen Ereignis. Was Peter Wagner, Gereon Krahforst und Martin Schmeding miteinander verbindet: Sie alle haben einen engen Bezug zu Minden.

Die vom Dombau-Verein Minden veranstaltete Konzertreihe stand zugleich im Zeichen zweier Jubiläen: Der Verein feiert 2026 sein 80-jähriges Bestehen, und auch die große Kuhn-Orgel des Mindener Domes blickt auf ein besonderes Jubiläumsjahr zurück. Mit „Die Mindener“ sollte deshalb nicht einfach eine weitere Konzertreihe entstehen. Im Mittelpunkt standen vielmehr Musiker, deren künstlerischer Lebensweg auf ganz unterschiedliche Weise mit Minden verbunden ist.

Peter Wagner eröffnete die Reihe mit französischer Klangpracht

Den Auftakt gestaltete am 15. September Domorganist Peter Wagner. Er ist von den drei Musikern derjenige, dessen Verbindung zu Minden unmittelbar und täglich erlebbar ist: Als Domorganist prägt er seit vielen Jahren das musikalische Leben an St. Gorgonius und kennt die große Kuhn-Orgel wie kaum ein anderer.

Unter dem Titel „Französische Königin und deutsche Prinzessin“ stellte Wagner die große Kuhn-Orgel und die Querhausorgel in einen reizvollen musikalischen Dialog. Mit Werken unter anderem von Charles-Marie Widor, Eugène Reuchsel und Louis Vierne entfaltete er die ganze Klangfülle der Instrumente. Spätestens beim berühmten „Carillon de Westminster“ von Vierne wurde deutlich, welche orchestrale Kraft in der Domorgel steckt.

Der umjubelte Auftakt setzte damit gleich zu Beginn einen hohen Maßstab für die beiden folgenden Abende.

Gereon Krahforst kehrte an eine frühere Wirkungsstätte zurück

Eine besonders persönliche Note hatte das zweite Konzert am 22. September. Mit Gereon Krahforst, heute Abteiorganist der Benediktinerabtei Maria Laach, kehrte ein international gefragter Organist an eine seiner früheren Wirkungsstätten zurück.

Krahforst hat in Minden musikalische Spuren hinterlassen und ist der Stadt und ihrer Kirchenmusik bis heute verbunden. Entsprechend herzlich fiel die Begegnung mit dem Publikum aus. Unter den Gästen befanden sich auch zahlreiche musikalische Weggefährten und Kollegen.

Unter dem Titel „Von den Engeln“ spannte Krahforst einen weiten musikalischen Bogen und zeigte dabei nicht nur seine Virtuosität als Interpret, sondern auch seine außergewöhnliche Kunst der Improvisation. Gerade darin wurde die Orgel des Domes zu einem Instrument des Augenblicks: Musik entstand unmittelbar im Raum und machte die besondere Akustik des Domes eindrucksvoll erlebbar.

Zu Beginn des Abends führte Hans-Jürgen Amtage, Vorsitzender des Dombau-Vereins Minden, ein kurzes Gespräch mit Gereon Krahforst. Dabei wurde deutlich, dass dieses Konzert nicht nur die Rückkehr eines bedeutenden Organisten, sondern auch die Begegnung mit einem alten Bekannten Mindens war.

Martin Schmeding setzte mit „Lobgesänge“ den Schlusspunkt

Das Finale am 29. September gehörte Martin Schmeding. Der international renommierte Organist und Hochschullehrer ist ebenfalls eng mit Minden verbunden. Seine musikalische Biografie führte ihn einst an den Mindener Dom; von hier aus entwickelte sich eine Karriere, die ihn an bedeutende musikalische Wirkungsstätten und Hochschulen führte.

Für das Abschlusskonzert kehrte Schmeding an die Orgel zurück, die zu seiner eigenen künstlerischen Geschichte gehört. Sein Programm unter dem Titel „Lobgesänge“ wurde zu einem eindrucksvollen Finale der gesamten Reihe.

Schmeding präsentierte die Möglichkeiten der Domorgel mit großer Virtuosität, gestalterischer Präzision und enormer Klangfantasie. Rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten den Abschlussabend. Am Ende erhoben sie sich von ihren Plätzen und dankten dem Organisten mit stehenden Ovationen.

Eine Reihe, die Minden und Musik miteinander verbunden hat

Die drei Konzerte machten deutlich, welche musikalische Strahlkraft vom Mindener Dom und seiner großen Orgel ausgeht. Zugleich erzählte „Die Mindener“ eine Geschichte über Menschen: über Musiker, deren Wege sich in Minden gekreuzt haben, die hier gearbeitet haben oder bis heute wirken – und die von hier aus ihren Weg in die Musikwelt gegangen sind.

„Unser Konzept ist aufgegangen: Wir wollten nicht einfach drei hervorragende Organisten nach Minden einladen. Wir wollten Musiker präsentieren, die eine eigene Geschichte mit unserer Stadt und unserem Dom verbindet“, zieht der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage, Bilanz. „Peter Wagner, Gereon Krahforst und Martin Schmeding haben auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt, welches musikalische Potenzial in unseren Orgeln steckt. Die große Resonanz des Publikums und die Begeisterung an allen drei Abenden waren für uns ein wunderbares Geschenk im Jahr unseres 80-jährigen Bestehens.“

Für den Dombau-Verein war die Konzertreihe damit weit mehr als ein musikalischer Beitrag zum Jubiläumsjahr. Sie rückte den Mindener Dom erneut als bedeutenden Kulturort in den Mittelpunkt – als einen Ort, an dem Architektur, Geschichte, Spiritualität und Musik miteinander in einen besonderen Dialog treten.

Und sie zeigte: Minden hat nicht nur eine außergewöhnliche Orgel. Minden hat auch eine außergewöhnliche Orgelgeschichte – geschrieben von Menschen, die der Stadt bis heute verbunden sind.

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