Domschatz Minden zeigt beim Museumstag die Verbrannte Madonna

Beim Bombenangriff auf Minden am 28. März 1945 wurde die Marienfigur aus dem 13. Jahrhundert, die im Dom eingelagert war, stark beschädigt und wird am Internationalen Museumstag im Domschatz Minden digital präsentiert. Foto: DVM

Minden (DVM). Der Domschatz Minden präsentiert zum Internationalen Museumstag am kommenden Sonntag ein besonderes Stück aus seinem Depot: die verbrannte Madonna aus dem 13. Jahrhundert. Der Museumstag in der Domschatzkammer findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr digital statt.

„Gerne hätten wir unsere Gäste am Sonntag im Domschatz am Kleinen Domhof persönlich begrüßt. Doch angesichts der immer noch um 100 liegenden Inzidenz im Mühlenkreis ist das leider noch nicht möglich“, sagt der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden (DVM), Hans-Jürgen Amtage. Der überkonfessionelle Förderverein ist seit 2017 Betreiber der neu gestalteten Schatzkammer. „Dennoch wollen wir den Museumsfreundinnen und -freunden zum Internationalen Museumstag etwas Besonderes bieten. Den beeindruckenden Torso der Maria aus der Marienkrönungsgruppe, der bei dem Bombenangriff auf Minden am 28. März 1945 stark beschädigt wurde“, so Amtage.

Drei Minuten christliche Kunst

Die „Verbrannte Madonna“ wird im Depot des Domschatzes unter optimalen Bedingungen sicher verwahrt. „Für den Museumstag haben wir sie hervorgeholt und auf einem speziell für diese Präsentation gefertigten Sockel vor dem berühmten Mindener Kreuz ausgestellt“, schildert Hans-Jürgen Amtage. In einem Video unter dem Titel „Drei Minuten christliche Kunst“ werde am Sonntag die Marien-Statue vorgestellt.

„Am 28. März 1945 brach unser Dom unter der Last des Krieges zusammen. Das Feuer der Brandbomben zerstörte nicht nur das Mauerwerk des historischen Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert, es vernichtete auch die teilweise mittelalterliche Innenausstattung“, erinnert der stellvertretende DVM-Vorsitzende Andreas Kresse. Ein eindrucksvolles Zeugnis dieses tragischen Ereignisses lege der beinahe bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Torso der ausgestellten Madonna ab.

Holzfigur aus dem 13. Jahrhundert

Die Holzfigur war Teil einer Krönungsgruppe des Marienaltars, ein 1940 erstelltes Retabel, in dem mittelalterliche Holzskulpturen aufgenommen wurden. Historiker verorten die verwendeten Figuren ins 13. Jahrhundert.

„Im Verlaufe des Krieges wurden die kunsthistorisch wertvollen Figuren 1943 aus dem Altar gelöst und in dem als besonders brandsicher geltenden Treppenaufgang des Westwerkes gesichert“ beschreibt Kresse. „Leider ließen sich die Flammen nicht von den Mauern des Treppenaufganges abhalten und so verbrannten die Holzfiguren. Von dem ursprünglichen Marienaltar konnten lediglich Fragmente der sogenannten Traubenmadonna und der Torso der Maria geborgen werden.“

Die Traubenmadonna erstrahlt nach einer Komplettrestaurierung wieder im vollen Glanze und hat an dem nordwestlichen Vierungspfeiler des Domes ihren Platz gefunden. Die Holzkohle des Madonnentorsos wurde 1980 mit heißem Leimwasser verfestigt und ist so für den Domschatz Minden erhalten. Noch in diesem Jahr plane der Dombau-Verein Minden, die Marienstatue restaurieren zu lassen, um sie dann dauerhaft in der Ausstellung aufnehmen zu können, betont DVM-Vorsitzender Hans-Jürgen Amtage.

Digitaler Internationaler Museumstag im Domschatz Minden

Das Video „Die verbrannte Madonna“ kann am Sonntag, 16. Mai, auf der Internetseite des Domschatzes Minden unter www.domschatz-minden.de abgerufen werden.

Der Internationale Museumstag ist ein seit 1978 jährlich stattfindendes Ereignis, bei dem am zweiten oder dritten Sonntag im Mai in aller Welt auf die Vielfalt und Bedeutung der Museen aufmerksam gemacht wird.

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