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80 Jahre DVM – Bürgermeister würdigt jahrzehntelanges bürgerschaftliches Engagement

Mehr als 100 Gäste konnte der Dombau-Verein Minden am Jubiläumsabend im Kreuzhof des Domes begrüßen. Foto: DVM/Alex Lehn
Mehr als 100 Gäste konnte der Dombau-Verein Minden am Jubiläumsabend im Kreuzhof des Domes begrüßen. Foto: DVM/Alex Lehn

Minden (DVM). Mit mehr als 100 Gästen hat der Dombau-Verein Minden (DVM) sein 80-jähriges Bestehen im Kreuzhof des Mindener Domes gefeiert. Mitglieder, Förderer, Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie zahlreiche Wegbegleiter erinnerten sich dabei an die Erfolgsgeschichte eines Vereins, der seit seiner Gründung im Jahr 1946 den Erhalt und die Weiterentwicklung des Mindener Domes und seines kulturellen Erbes maßgeblich geprägt hat.

Der Vorsitzende des Dombau-Vereins, Hans-Jürgen Amtage, betonte in seiner Festrede die außergewöhnlichen Umstände der Vereinsgründung. Als sich am 28. Juni 1946 Bürgerinnen und Bürger zum Dombau-Verein zusammenschlossen, lag Minden noch in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Auch der Dom war schwer beschädigt. „Die Gründungsmitglieder wollten nicht nur Steine aufeinandersetzen, sondern Identität, Geschichte und Glauben neu aufbauen“, betonte Amtage.

Überkonfessioneller Charakter besonderes Merkmal

Der überkonfessionelle Charakter des Vereins sei dabei von Anfang an ein besonderes Merkmal gewesen. Der Dom sei nicht allein ein kirchliches Bauwerk, sondern zugleich ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt und ein Ort gemeinsamer Geschichte für alle Menschen.

DVM-Vorsitzender Hans-Jürgen Amtage stellte am Jubiläumsabend das jüngste Projekt des Dombau-Vereins Minden vor: Eine Lichtinstallation für das Westwerk des Domes. Foto: DVM/Alex Lehn
DVM-Vorsitzender Hans-Jürgen Amtage stellte am Jubiläumsabend das jüngste Projekt des Dombau-Vereins Minden vor: Eine Lichtinstallation für das Westwerk des Domes. Foto: DVM/Alex Lehn

In seiner Ansprache spannte Amtage den Bogen von den ersten Jahren des Wiederaufbaus bis in die Gegenwart. Der Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Domes sei die erste große Aufgabe des Vereins gewesen. Mit Hilfe zahlreicher Spenden und durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher habe der Dombau-Verein entscheidend dazu beigetragen, dass das Gotteshaus bereits in den 1950er-Jahren wieder als geistliches und kulturelles Zentrum der Stadt genutzt werden konnte.

Auftrag des Vereins hat sich gewandelt

Im Laufe der Jahrzehnte habe sich der Auftrag des Vereins gewandelt. Aus dem Wiederaufbau sei die dauerhafte Aufgabe geworden, das kulturelle Erbe des Domes zu bewahren, zu erforschen und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Als herausragende Projekte nannte Amtage die Errichtung des Domschatzes Minden, der seit 2017 vom Dombau-Verein betrieben wird, sowie die jüngst abgeschlossene Neugestaltung des Hochchores im Mindener Dom.

Bürgermeister Peter Kock würdigte in seinem Grußwort das große Engagement des Dombau-Vereins Minden für Domgemeinde und Stadtgesellschaft. Foto: DVM/Alex Lehn
Bürgermeister Peter Kock würdigte in seinem Grußwort das große Engagement des Dombau-Vereins Minden für Domgemeinde und Stadtgesellschaft. Foto: DVM/Alex Lehn

Besonders hob er hervor, dass der Verein heute auch neue Wege beschreite. Mit modernen digitalen Vermittlungsangeboten, einer innovativen Domschatz-App, die in Kürze um den Dom erweitert wird, sowie dem Einsatz von Virtueller Realität und Künstlicher Intelligenz werde das kulturelle und geistliche Erbe des Domes für ein breites Publikum neu erschlossen. „Der Dombau-Verein ist kein Verein der Vergangenheit, sondern einer der Zukunft“, sagte Amtage.

Bürgermeister Peter Kock würdigt Ausdauer und Leidenschaft der Ehrenamtlichen

Ein besonderes Grußwort sprach Bürgermeister Peter Kock. Er würdigte die große Bedeutung des Ehrenamtes für das gesellschaftliche Leben in der Stadt und hob hervor, wie sehr Minden von dem Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger profitiere. Der Dombau-Verein sei dafür ein herausragendes Beispiel. Kock verwies auf das oftmals jahrzehntelange Wirken vieler Vereinsmitglieder, die mit Ausdauer, Sachverstand und Leidenschaft Verantwortung für das kulturelle Erbe der Stadt übernommen hätten.

Der Dombau-Verein Minden würdigte Ehrenamtliche, die seit Jahrzehnten im Verein aktiv sind. Darunter das Mitglied Hildegard Breitschuh. Foto: DVM/Alex Lehn
Der Dombau-Verein Minden würdigte Ehrenamtliche, die seit Jahrzehnten im Verein aktiv sind. Darunter das Mitglied Hildegard Breitschuh. Foto: DVM/Alex Lehn

Zugleich unterstrich er die besondere Bedeutung des Mindener Domes als Ort des Glaubens und der Begegnung – nicht nur für die katholische Domgemeinde, sondern für die gesamte Stadtgesellschaft. Der Dom verbinde Menschen über Konfessionsgrenzen hinweg und sei ein identitätsstiftender Ort für alle Mindenerinnen und Mindener. Das Jubiläum sei deshalb nicht nur ein Anlass, die Geschichte des Vereins zu feiern, sondern auch den Menschen zu danken, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht hätten.

Auszeichnung für vier besonders langjährige Ehrenamtliche

Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, die den Dombau-Verein seit Jahrzehnten tragen, würdigte Hans-Jürgen Amtage vier besonders langjährig engagierte Mitglieder: Hildegard Breitschuh, Johannes Hesse, Bernhard Herbusch und Friedrich Jungmann. Sie informieren und begleiten seit vielen Jahren Besucherinnen und Besucher im Mindener Dom und im Domschatz und wirken in anderen Bereichen und leisten damit einen wertvollen Beitrag, Geschichte, Kunst und Glauben lebendig zu vermitteln. Ihr Einsatz stehe beispielhaft für das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement, das den Verein seit acht Jahrzehnten präge.

Benny, Andreas und Sören von "Modern Walking" sorgten für fröhliche musikalische Unterhaltung beim Jubiläumsabend des DVM. Foto: DVM/Alex Lehn
Benny, Andreas und Sören von „Modern Walking“ sorgten für fröhliche musikalische Unterhaltung beim Jubiläumsabend des DVM. Foto: DVM/Alex Lehn

Mit Blick auf die Zukunft kündigte der Vorsitzende an, dass der Dombau-Verein seine Rolle als Vermittler zwischen Geschichte und Gegenwart weiter ausbauen werde. Geplant seien neue Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen, digitale Projekte und Bildungsangebote, die den Dom und den Domschatz noch stärker im Bewusstsein der Menschen verankern sollen.

Lichtinstallation für das Westwerk des Domes ist neues Projekt

Als nächstes bedeutendes Vorhaben stellte Amtage die geplante Lichtinstallation für das Westwerk des Mindener Domes vor. Ziel sei es, die außergewöhnliche Architektur des romanischen Westwerks durch ein modernes Beleuchtungskonzept eindrucksvoll hervorzuheben und den Dom insbesondere in den Abendstunden neu erlebbar zu machen. Gleichzeitig solle die Installation die Möglichkeit eröffnen, bei besonderen Veranstaltungen stimmungsvolle Lichtinszenierungen zu realisieren und damit einen weiteren kulturellen Anziehungspunkt für die Stadt Minden zu schaffen. „Licht ist Leben“, betonte Amtage. Die geplante Illumination solle nicht nur die architektonische Schönheit des Domes sichtbar machen, sondern auch seine Ausstrahlung als Ort des Glaubens, der Kultur und der Begegnung stärken.

„Der Dombau-Verein Minden ist ein Stück Mindener Geschichte – und zugleich ein Versprechen für die Zukunft“, fasste Amtage zum Abschluss seiner Rede zusammen und dankte seinen Vorstandskollegen Annemarie Lux, Andreas Kresse und Hans-Jürgen Amtage für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Für den musikalischen Rahmen des Jubiläumsabends sorgte die Band „Modern Walking“. Mit ihrem abwechslungsreichen Programm trugen die drei Musiker zur entspannten Atmosphäre im Kreuzhof bei und begleiteten die Gäste durch einen ebenso würdigen wie geselligen Sommerabend.

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