75 Jahre Dombau-Verein Minden: die Vorträge

Zwei besondere Vorträge veranstaltet der Dombau-Verein Minden aus Anlass des Jubiläums „75 Jahre Dombau-Verein Minden“. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen die weitere Nutzung von Kirchenräumen, die nicht mehr für kirchliche Zwecke benötigt werden, und die Erhaltung des Kölner Domes und das Wirken der Kölner Dombauhütte.

 

Der international renommierte Münsteraner Architekt Peter L. Wilson beschäftigt sich mit der Neunutzung von Kirchenräumen. Foto: School of Architecture University of Melbourne
Der international renommierte Münsteraner Architekt Peter L. Wilson beschäftigt sich mit der Neunutzung von Kirchenräumen. Foto: School of Architecture University of Melbourne

Donnerstag, 4. November 2021, 19.30 Uhr, Kulturzentrum BÜZ, Johanniskirchhof, Minden

Zukunft Kirchen Räume – Neues Leben für die alte Kirche St. Sebastian in Münster

Vortrag von Architekt Peter L. Wilson, Münster

In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits zahlreiche Kirchengebäude, die zu ihrem Erhalt umgenutzt oder baulich angepasst werden konnten, nachdem sie ihre ursprüngliche Nutzung entweder teilweise oder gänzlich verloren haben. Dennoch gleicht kein Projekt dem anderen. Sowohl die Prozesse der Neuorientierung – ausgehend von einer kirchlichen Nutzung, hin zu einer neuen Nutzung – als auch die Ergebnisse dieser Prozesse könnten vielfältiger kaum sein.

Am Beispiel der ehemaligen katholischen Pfarrkirche St. Sebastian des Bistums Münster stellt der Architekt Peter L. Wilson auf Einladung des Dombau-Vereins Minden die Umnutzung und Neugestaltung des Kirchengebäudes vor. Die Katholische Kirchengemeinde suchte 2009 mit einem Investoren- und Gestaltungswettbewerb einen Nachnutzer für ihr Grundstück. Der Erhalt der Kirche war hierbei möglich, aber nicht vorgeschrieben. Durchsetzen konnte sich das Konzept des Münsteraner Architekturbüros Bolles + Wilson, das den Erhalt des Kirchengebäudes, das als baukulturell wertvoll und für den Stadtteil identitätsstiftend angesehen wurde, mit einer Nutzung als Kindertagesstätte vorsah. Mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft Wohn+Stadtbau konnte ein Umsetzer gefunden werden, der bereit war, für diesen sozialen und baukulturellen Mehrwert höhere Umbaukosten gegenüber einem preisgünstiger kalkulierten Abriss und Neubau zu investieren, da die hierzu auf dem umliegenden Gelände errichteten Wohngebäude diese Mehrkosten mitfinanzieren konnten.

Die Architekten Bolles + Wilson sind international tätig bei einer großen Bandbreite an Projekten, jedes von ihnen entwickelt als individuelle Lösung mit sorgfältiger Beachtung des kulturellen und des urbanistischen Kontextes, den es zu optimieren gilt.


Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich berichtet über den Erhalt des Kölner Domes und die Dombauhütte. Foto: Mira Unkelbach
Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich berichtet über den Erhalt des Kölner Domes und die Dombauhütte. Foto: Mira Unkelbach

Dienstag, 23. November 2021, Kulturzentrum BÜZ, Johanniskirchhof, Minden

„Der Kölner Dom und die Dombauhütte – Erhaltung einer Kathedrale“

Vortrag von Dombaumeister Peter Füssenich, Köln

Um den Kölner Dom, die Mutterkirche des Erzbistums Köln, die Ruhestätte der Heiligen Drei Könige, eine der größten Kathedralen der Christenheit, seit 1996 Weltkulturerbestätte und seit jeher Wahrzeichen der Stadt Köln, der Nachwelt zu erhalten, bedarf es dauerhafter Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Die Größe des Bauwerkes, sein Alter, die feingliedrigen und detailreichen Bauformen mit ihren freistehenden Strebepfeilern, Strebebögen, Fialen (gotische Ziertürmchen) und Wimpergen (gotische Maßwerkgiebel), die vielen verschiedenen Steinmaterialien, aus denen der Bau im Laufe der Jahrhunderte errichtet wurde, aber auch der Erhalt der kostbaren historischen Glasfenster und Kunstwerke stellen für die etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine außerordentliche Herausforderung dar. Dies gilt auch für die wissenschaftliche Erforschung des Domes und seiner Ausstattung, welche mit der Erhaltung des Baues Hand in Hand geht. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich stellt auf Einladung des Dombau-Vereins Minden in einem spannenden Vortrag die umfangreichen Aufgaben der Dombauhütte vor.

Seit Dezember 2020 ist das Bauhüttenwesen und damit auch die Dombauhütte in das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen.

2016 wurde Peter Füssenich (Jahrgang 1971) zum neuen Kölner Dombaumeister ernannt. Er ist damit der 19. namentlich bekannte Dombaumeister von Köln und steht in einer langen Reihe von Baumeistern der Kölner Kathedrale, die mit der Grundsteinlegung im Jahr 1248 mit Meister Gerhard einsetzt.

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