75 Jahre Dombau-Verein Minden: die Orgelkonzerte

Aus Anlass des Jubiläums „75 Jahre Dombau-Verein Minden“ präsentiert der überkonfessionelle Förderverein Dombau-Verein Minden (DVM) im Dom zu Minden drei besondere Orgelkonzerte. Dabei wird erstmalig das Wirken der Organisten an der Kuhn-Orgel auf Monitore in den Kirchenraum übertragen, so dass das Publikum das Orgelspiel live verfolgen kann.

Donnerstag, 23. September 2021, 20 Uhr, Mindener Dom

Orgelkonzert – Virtuose Orgelwerke aus verschiedenen Jahrhunderten

Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig, Köln

Winfried Bönig wurde 2001 zum Domorganisten in Köln berufen und leitet als Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation seit 1998 den Studiengang „Katholische Kirchenmusik“ an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seinen ersten Orgelunterricht erhielt der gebürtige Bamberger mit 13 Jahren beim Domorganisten seiner Heimatstadt, Wolfgang Wünsch, bevor er 1978 in die Orgelklasse von Franz Lehrndorfer an der Münchener Musikhochschule aufgenommen wurde. Nach dem mit Auszeichnung abgelegten Examen erlangte er Abschlüsse in Dirigieren sowie das Meisterklassendiplom für Orgel. An der Universität Augsburg folgte das Studium der Fächer Musikwissenschaft, Geschichte und Musikerziehung. Seine Dissertation von 1992 bei Prof. Franz Krautwurst beschäftigt sich mit der süddeutschen Kantate zur Bach-Zeit, einem bis dahin noch weitgehend unerforschten Bereich der protestantischen Kirchenmusik.

Seine künstlerische Tätigkeit begann Bönig in Memmingen, wo er von 1984 bis 1998 als Organist und Dirigent an der dortigen Hauptkirche St. Josef wirkte. Unter anderem spielte Bönig einen Zyklus der gesamten Orgelwerke Bachs in fünfzehn Konzerten. Für seine musikalische Arbeit wurde ihm 1995 der Kulturpreis der Stadt Memmingen verliehen. Konzerteinladungen führen ihn Jahr für Jahr in alle Welt; in letzter Zeit wurde er zu feierlichen Orgelweihen und Premieren u.a. nach China, Russland und Spanien eingeladen. Daneben ist er auch immer wieder als Dirigent tätig.

Bönig war und ist Interpret zahlreicher Uraufführungen von Werken, die ihm Komponisten widmeten, so beispielsweise von Enjott Schneider, Jean Guillou, Naji Hakim, Stephen Tharp, Colin Mawby, Robert HP Platz und Daniel Roth. Schon seine erste CD mit Orgelwerken von Dietrich Buxtehude, erschienen 1988, wurde von der europäischen und amerikanischen Musikkritik begeistert rezensiert. Zahlreiche weitere Aufnahmen – als Organist und Dirigent – folgten und summieren sich inzwischen zu einer langen Diskographie unterschiedlichsten Repertoires. Große Beachtung fanden die Einspielungen der Orgeln im Kölner Dom sowie eine CD mit einer eigenen Transkription von Bachs Goldberg-Variationen.


Freitag, 24. September 2021, 16 Uhr, Mindener Dom

Orgelkonzert – Kinderkonzert: Besuch bei einer Königin

DKM Harald Gokus, Rheda | DKM Peter Wagner M.A., Minden

Harald Gokus, geb. 1963 in Olpe, studierte Kirchenmusik (A-Examen) an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf bei Rosalinde Haas. Private Studien und Meisterkurse folgten bei Hubert Schoonbroodt (Belgien), Bert Matter (Niederlande), Franz Lehrndorfer und Michael Radulescu. Seit 1991 ist er Kantor an St. Clemens und Künstlerischer Leiter der dortigen Konzertreihen. Als Dekanatskantor und Dozent im Erzbistum Paderborn ist er für die C-Ausbildung und die Fortbildung von Kirchenmusikern zuständig. Zahlreiche Solokonzerte und Konzerte u. a. zusammen mit dem Trompeter Rupprecht Drees (Weimar), dem Akkordeonisten Piotr Rangno (Gronau) sowie seinem Sohn Sebastian (Percussion) führen ihn immer wieder zu bedeutenden Konzertstätten und Orgelfestivals im In- und Ausland (Paris/Notre Dame; St. Petersburg).

Domorganist Peter Wagner gestaltet die Jubiläumskonzerte des Dombau-Vereins Minden mit: Foto: Amtage Kommunikation
Domorganist Peter Wagner gestaltet die Jubiläumskonzerte des Dombau-Vereins Minden mit: Foto: Amtage Kommunikation

Peter Wagner (geboren 1967 in Karlstadt/Main), studierte Katholische Kirchenmusik (A-Examen), Orgelimprovisation, Konzertfach Orgel und Tonsatz in Köln, Würzburg und Salzburg. Sein weiterer Werdegang wurde durch eine breitgefächerte Dozenten-, Referenten- und Jurorentätigkeit in den Bereichen Orgel, Musiktheorie, Chorleitung, Dirigieren, Stimmbildung und Kinderchor, Konzerttätigkeit im In- und Ausland bestimmt. Zwischen 2001 und 2003 war er Bildungsreferent und Dozent an der Bayerischen Landesmusikakademie Hammelburg, seit 2004 ist er Domorganist und Chordirektor in Minden sowie Dekanatskirchenmusiker im Erzbistum Paderborn.

Seine Konzerttätigkeit führte ihn in mehrere europäische Länder, nach Japan, Israel und Ägypten. Lehraufträge für Orgel und Musiktheorie in Würzburg, Fulda und Kassel, eine umfassende Referententätigkeit, CD- und Rundfunkproduktionen sowie mehrere Publikationen – darunter die Lehrwerke „Orgelimprovisation mit Pfiff“ (Strube-Verlag, München) und „Kompendium der Orgelspieltechnik“ (Bärenreiter-Verlag, Kassel) – bekunden sein breit gefächertes musikalisches Schaffen.


Maria Falconetti in "Die Passion der Jungfrau von Orleans" von Carl T. Dreyer aus dem Jahr 1928. Foto: picture-alliance / akg-images
Maria Falconetti in „Die Passion der Jungfrau von Orleans“ von Carl T. Dreyer aus dem Jahr 1928. Foto: picture-alliance / akg-images

Samstag, 25. September 2021, 20 Uhr, Mindener Dom

Orgelkonzert – Stummfilm mit Orgelimprovisation: Die Passion der Jungfrau von Orléans

Domorganist Prof. Stefan Schmidt, Würzburg

Der Historienfilm „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ (Frankreich 1928; Regie: Carl Theodor Dreyer) gilt als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten und als bedeutendes Kunstwerk der frühen Filmgeschichte. Der erschütternde Stummfilm zeigt die letzten Stunden der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc, die 1431 während des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England nach quälenden Verhören 19-jährig auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.

Stefan Schmidt, Jahrgang 1966, studierte katholische Kirchenmusik in Düsseldorf und legte anschließend das Orgel-Konzertexamen bei Daniel Roth (Paris) an der Musikhochschule Saarbrücken ab. Seit 2005 wirkt er als Domorganist in Würzburg. Er ist ein international gefragter Interpret und Improvisator und begleitet auch regelmäßig künstlerisch wertvolle Stummfilme. Zahlreiche CD-Einspielungen mit Werken von Bach bis Duruflé sowie mit Improvisationen dokumentieren sein künstlerisches Wirken.

Stefan Schmidt leitet als Honorarprofessor an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf im Studiengang Kirchenmusik eine Orgelklasse für Interpretation und Improvisation.

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